Mein Jahr: Für Schlangenbader Verein läufts wie vor Corona

Wiesbadener Kurier, Kreis Rheingau Taunus, 6. Januar 2023

 

Autor: Hendrik Jung

Ullrich Farr und sein Partnerschaftsverein verzeichneten in 2022 nicht nur einen Mitgliederzuwachs, sondern feierten auch lieber Halloween statt Fastnacht.

SCHLANGENBAD. „Es ist fast schon wieder ein normales Jahr gewesen für den Partnerschaftsverein Schlangenbad Craponne“, freut sich der Vorsitzende Ulrich Farr. Der Verein habe an die Erfolge anknüpfen können, die er vor Ausbruch der Pandemie erreicht hatte. Im Blickpunkt stehen dabei nicht nur die Belange der langjährigen Mitglieder des Vereins, der die 1988 begründete Partnerschaft zwischen Schlangenbad und der französischen Partnerstadt Craponne begleitet. Die zweite Zielgruppe, der man sich erfolgreich widmet, sind die jungen Familien. Da hier aktuell mehr Zuwachs zu verzeichnen ist, als Altgediente ausscheiden, wächst die Zahl der Mitgliedsfamilien. 75 sind derzeit auf Schlangenbader Seite verzeichnet, von denen 15 bereits zu den jungen Familien zählen.

 

Traditionell ist die erste Veranstaltung des Jahres das Skype-Treffen zwischen den Schülern der Äskulapschule sowie der École élémentaire publique Philippe Soupault, die bereits zu Beginn des jeweiligen Schuljahres einen Briefwechsel gestartet haben. 2023 sollen sie sich zum elften Mal virtuell begegnen, wenn am 22. Januar der 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags gefeiert wird. Dem Grundstein für die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. In diesem Jahr konnte der Termin pandemiebedingt jedoch erst im Juni stattfinden. Nur kurz bevor ein Bus mit mehr als 50 Kindern und Eltern sich über das Fronleichnams-Wochenende auf den Weg in die französische Partnerstadt gemacht hat. Die gegenseitigen Besuche unter den jungen Familien haben im Jahr 2018 mit einem Besuch der Craponner zur Straßenfastnacht begonnen. Da dies nur funktioniert, wenn dieser in die französischen Winterferien fällt, hat man sich in diesem Jahr nun erstmals entschlossen, einen Aufenthalt über das Halloween-Wochenende anzubieten. „Wir haben festgestellt, dass die Kontakte zwischen den Schülern nach einer Weile einschlafen und gemeinsam mit unseren Partnern in Craponne überlegt, was wir tun können, um sie zu verstetigen“, erläutert Farr. Mit Erfolg, denn die Freundschaften zwischen den Familien haben bereits dazu geführt, dass sie lieber eigene Programmpunkte gestalten, als optionale Angebote der Organisatoren zu nutzen. Mitte Juni sei es in Craponne etwa so heiß gewesen, dass es die Teilnehmer ins Freibad statt in einen Vogelpark gezogen hat. Mit dem interkulturellen Lerneffekt, dass sie sich vor dem Besuch alle eine Badekappe hätten kaufen müssen und mit Shorts nicht ins Becken durften. „Das sind Erfahrungen, die man in einem anderen Land so macht. Das macht es gerade so interessant“, findet Farr.